Home sweet home

 

München, Hofbräuhaus, an einem Sonntagnachmittag im April. Ich hab’s eigentlich nicht so mit Bier, noch mit zur Schau getragener deutscher Gemütlichkeit, noch mit Umpa-Umpa Musik, die von der Blaskapelle nebenan zu unserem Tisch rüber schwappt. Wir reden und reden, vergessen die Zeit, und ehe ich mich versehe, hat sich ein unsichtbarer dritter Gast hinzugesellt. Sprich ein Gefühl der Zugehörigkeit, des Angekommenseins, auch unter dem wenig sexy Begriff “Heimat” bekannt. Ein wohliges Gefühl, wie in einem warmen Schaumbad zu liegen. Das nie abkühlt. Und hoffentlich ewig nachwirkt.

Home is where your homies are

Ich werde oft gefragt, was für mich Heimat ist. Jeder hat einen Ort, den er sein Zuhause nennt, wo er jeden Pflasterstein kennt, nachts ins Freibad eingebrochen ist, den ersten Kuss im VW Golf erlebt hat, sich mit gefälschtem Schülerausweis in den local hotspot eingeschmuggelt hat, bevor es einen zum Studium/Ausbildung in aufregendere Gefilde verschlug. Wo die Heimat auf einmal einen spießigen Beigeschmack bekam, der sich so gar nicht vertrug mit dem neuen kosmopolitisch angehauchten Leben. Oder zumindest das, was man als kosmopolitisch Mitte/Ende der 90er Jahre empfand (…).

 

Heimat – das ist so ein Ungetüm von Wort; kaum ein anderes Wort in der deutschen Sprache ist mit derart vielen Bedeutungen behaftet. Einst im Nationalsozialismus als Bollwerk gegen alles Fremde eingesetzt, waren die 50er Jahre dann DIE Ära der schnulzigen Heimatfilme schlechthin, bis der Begriff in den Untiefen der Kulturforschung verschwand. Aber das soll hier auch gar kein kulturhistorischer Abriss werden, vielmehr ein sehr persönlicher Einblick.

Wherever I lay my hat……

Ehrlich gesagt bin ich neidisch. Auf alle die, die die Frage nach dem “woher kommst Du” locker-flockig beantworten können, ohne mit der Wimper zu zucken. Denn ich kann das nicht. Gerade in München, Epizentrum des Bundeslandes, dem manchmal ungerechterweise zu viel Ethnozentrismus nachgesagt wird, mutet das seltsam an. Diese Frage nach dem “Woher” nicht beantworten zu können.

Wenn man 39 Jahre Lebenszeit auf fünf Länder, sieben Städte und zwei Kontinente verteilen kann, dann klingt das vielleicht nach einem glamourösen, jetsettermäßigen Dasein als Expat. Aber es lässt diese scheinbar harmlose Small Talk-Frage zu einem Fass ohne Boden werden. Manchmal bin ich auch extremst faul und beantworte die Frage einfach mit “Frankfurt”; zumindest habe ich dort die ersten acht Schuljahre verbracht. Prägende Jahre und so.

Zugegebermaßen mache ich das in den Fällen, wo ich mein Gegenüber so spannend wie einen Flokatiteppich, Bausparvertrag und Pauschalurlaub auf Malle finde. Und das Gegenüber mich einfach nur strange. Weil ich in keine Kategorie passe. Und Heimat trotz der ganzen emotionalen Konnotation sowas wie eine Kategorie ist, in die man Menschen gerne hineinpresst, gerade in Deutschland.

Wenn man keinen Ort hat, den man sein Zuhause seit immer und ewig nennen kann, dann muss man den Anker woanders auswerfen. Das klingt jetzt etwas schwülstig, fast so wie in einem Heimatfilm. Aber es geht hier schließlich um ein Heimatgefühl, das ich an bestimmten Dingen festmache.

 

Heimat – das ist so ein Ungetüm von Wort; kaum ein anderes Wort in der deutschen Sprache ist mit derart vielen Bedeutungen behaftet. Einst im Nationalsozialismus als Bollwerk gegen alles Fremde eingesetzt, waren die 50er Jahre dann DIE Ära der schnulzigen Heimatfilme schlechthin, bis der Begriff in den Untiefen der Kulturforschung verschwand. Aber das soll hier auch gar kein kulturhistorischer Abriss werden, vielmehr ein sehr persönlicher Einblick.

Wherever I lay my hat……

Ehrlich gesagt bin ich neidisch. Auf alle die, die die Frage nach dem “woher kommst Du” locker-flockig beantworten können, ohne mit der Wimper zu zucken. Denn ich kann das nicht. Gerade in München, Epizentrum des Bundeslandes, dem manchmal ungerechterweise zu viel Ethnozentrismus nachgesagt wird, mutet das seltsam an. Diese Frage nach dem “Woher” nicht beantworten zu können.

Wenn man 39 Jahre Lebenszeit auf fünf Länder, sieben Städte und zwei Kontinente verteilen kann, dann klingt das vielleicht nach einem glamourösen, jetsettermäßigen Dasein als Expat. Aber es lässt diese scheinbar harmlose Small Talk-Frage zu einem Fass ohne Boden werden. Manchmal bin ich auch extremst faul und beantworte die Frage einfach mit “Frankfurt”; zumindest habe ich dort die ersten acht Schuljahre verbracht. Prägende Jahre und so.

Zugegebermaßen mache ich das in den Fällen, wo ich mein Gegenüber so spannend wie einen Flokatiteppich, Bausparvertrag und Pauschalurlaub auf Malle finde. Und das Gegenüber mich einfach nur strange. Weil ich in keine Kategorie passe. Und Heimat trotz der ganzen emotionalen Konnotation sowas wie eine Kategorie ist, in die man Menschen gerne hineinpresst, gerade in Deutschland.

Wenn man keinen Ort hat, den man sein Zuhause seit immer und ewig nennen kann, dann muss man den Anker woanders auswerfen. Das klingt jetzt etwas schwülstig, fast so wie in einem Heimatfilm. Aber es geht hier schließlich um ein Heimatgefühl, das ich an bestimmten Dingen festmache.

 

 

Rule Britannia – jedes Mal, wenn ich britisches Englisch vernehme, mit anderen Expats unterwegs bzw. zusammen bin, überrollt mich das Gefühl von Heimat. Derselbe schräge Sinn für Humor, Hang zur Exzentrik und Berufsalkoholismus – das verbindet.

Tegernseer Berge. Vielleicht liegt es an meinem bayerischen Erbgut väterlicherseits, aber es gibt kaum etwas, das mich mehr erdet als kristallklare Bergluft, der Duft frischgemähter Wiesen im Frühsommer und das begleitende Plätschern eines Bächleins. Favourite spot: Soinsee/Hochmiesing. Mehr bayrisches Heimatgefühl geht nicht!

 

Last but not least ist Heimat auch dieses verschwurbelte Gefühl, das sich in den unvorhergesehensten Situationen einstellt. Beim Zusammentreffen mit Menschen, die man vielleicht gerade erst kennengelernt hat, aber mit denen quasi sofort auf derselbenen Welle “surft”. Männlein wie Weiblein. Der Dichter Johann von Herder bringt es eloquent auf den Punkt: “Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muss.”

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